Dominic Memmel
* 1980 in Würzburg
2004 - 2014 in Mainz/Wiesbaden
seit 2014 in Leipzig
Wir alle kennen es noch aus der Schulzeit, wenn der Zwang zum Lernen eine geradezu körperliche Qual bedeutet. Das Nervensystem blockiert, es wehrt sich spürbar und der Lerneffekt will sich einfach nicht einstellen. Und wenn wir uns an diese Qual erinnern, dann fällt uns schnell auf, dass sie uns nur in jenen Lernsituationen malträtierte, die wir nicht haben wollten. Wir hatten schlicht kein Interesse am Thema und/oder die Person bzw. Art und Weise der Vermittlung ging uns gegen den Strich.
Im Erwachsenenalter kann Lernen umso schwieriger sein, weil es nicht nur widerwillig in die (halb)leere Vase unseres Gehirns gefüllt werden muss. Nein, es müssen lieb gewonnene Dinge, die mit unseren Gehirnen eng verzahnt sind, zusätzlich entfernt werden: Wo wir Fehlinterpretationen und auf Sand gebaute Vorstellungen neu lernen, muss erst das fehlerhafte Wissen heraus, bevor neues Wissen hinein kann - Stichwort: umlernen. Und weil wir das alte, fehlerhafte Wissen ja lange Zeit gepflegt haben, kommt noch die Umstellung von Gewohnheiten hinzu. In dieser Phase macht Lernen ganz schön dolle Aua!
Nicht umsonst steckt im Wort „Aufbruch“ das Wort „Bruch“. Wer also Neues wagt, z.B. eine alte Vorstellung ablegt, um zu einer neuen Vorstellung zu gelangen, muss dieses metaphorische Siegel, das schützend über der alten Vorstellung liegt, brechen. Wie gesagt, das tut weh. Aber dass dass dieser Schmerz gar nicht so verkehrt sein muss, das lässt sich schon sehr einfach aus dem Begriff der „Wachstumsschmerzen“ ablesen. Oder, um es mit The Ghost of Christmas Present zu sagen: „Sometimes the truth is painful!“
Auszug aus: Lernen macht Aua, Wissen macht Ah!